The
Faces at Braga
In monastery darkness
by the light of one flashlight
the old shrine room waits in silence.
While above the door
we see the terrible figure,
fierce eyes demanding. "Will you step through?"
And the old monk leads us,
bent back nudging blackness
prayer beads in the hand that beckons.
We light the butter lamps
and bow, eyes blinking in the
pungent smoke, look up without a word,
see faces in meditation,
a hundred faces carved above,
eye lines wrinkled in the hand held light.
Such love in solid wood!
Taken from the hillsides and carved in silence
they have the vibrant stillness of those who made them.
Engulfed by the past
they have been neglected, but through
smoke and darkness they are like the flowers
we have seen growing
through the dust of eroded slopes,
their slowly opening faces turned toward the mountain.
Carved in devotion
their eyes have softened through age
and their mouths curve through delight of the carver's hand.
If only our own faces
would allow the invisible carver's hand
to bring the deep grain of love to the surface.
If only we knew
as the carver knew, how the flaws
in the wood led his searching chisel to the very core,
we would smile too
and not need faces immobilized
by fear and the weight of things undone.
When we fight with our failing
we ignore the entrance to the shrine itself
and wrestle with the guardian, fierce figure on the side of good.
And as we fight
our eyes are hooded with grief
and our mouths are dry with pain.
If only we could give ourselves
to the blows of the carver's hands,
the lines in our faces would be the trace lines of rivers
feeding the sea
where voices meet, praising the features
of the mountain and the cloud and the sky.
Our faces would fall away
until we, growing younger toward death
every day, would gather all our flaws in celebration
to merge with them perfectly,
impossibly, wedded to our essence,
full of silence from the carver's hands.
| Die Gesichter in Braga
In klösterlicher Dunkelheit
beim Licht einer Taschenlampe
wartet schweigend der Raum mit dem alten Schrein.
Während wir über der Tür
die schreckliche Gestalt sehen
mit fordernden grimmigen Augen. „Wollt ihr eintreten?“
Und der alte Mönch führt uns,
gebeugter Rücken ins Schwarze stoßend,
Gebetsperlen in der heranwinkenden Hand.
Wir zünden die Butterlampen an
und neigen uns, Augen blinzelnd im
beißenden Rauch, schauen ohne ein Wort auf,
erblicken Gesichter in Meditation,
hundert Gesichter in Holz geschnitzt über uns,
Augen von Runzeln umgeben im hoch gehaltenen Licht.
Welch Liebe in massivem Holz!
Von Berghängen geholt und schweigend geschnitzt
haben sie die pulsierende Stille derer, die sie schufen.
Verschlungen von der Vergangenheit
wurden sie vernachlässigt, doch durch
Rauch und Dunkelheit sind sie wie die Blumen,
die wir durch den Staub
der ausgewaschenen Hänge wachsen sahen,
ihre sich langsam öffnenden Gesichter dem Berg zugewandt.
In Hingabe geschnitzt
sind ihre Augen mit dem Alter sanfter geworden
und runden sich ihre Münder durch das Vergnügen der schnitzenden Hand.
Wenn nur unsere eigenen Gesichter
zuließen, dass die Hand des unsichtbaren Schnitzers
die tiefe Maserung der Liebe an die Oberfläche bringt.
Wenn wir nur wüssten
wie der Schnitzer wusste, dass die Fehler
im Holz seinen suchenden Meißel genau zum Kern führten,
würden auch wir lächeln
und hätten keine Gesichter, die erstarrt sind
vor Angst und der Last des Versäumten.
Wenn wir mit unserem Scheitern kämpfen,
verfehlen wir den Eingang zum eigentlichen Schrein
und ringen mit dem Wächter, der grimmigen Gestalt auf der Seite des Guten.
Und während wir kämpfen
sind unsere Augen überschattet von Leid
und unsere Münder sind trocken vor Schmerz.
Wenn wir uns nur
den Schlägen der Hände des Schnitzers ergeben könnten,
wären die Runzeln unserer Gesichter wie Flussläufe,
die ins Meer münden,
wo Stimmen zusammentreffen, die die Natur
von Berg und Wolke und Himmel preisen.
Unsere Gesichter würden von uns abfallen
bis wir, zunehmend jünger dem Tod entgegenwachsen
mit jedem Tag, all unsere Fehler in einer Feier versammeln,
um mit ihnen auf vollkomme unmögliche Weise zu verschmelzen,
unserem Wesen vermählt,
voll der Stille von des Schnitzers‘ Händen.
-- David Whyte |